Chronik

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Es begann alles im Jahre 1890

Die Hilfe in der Not, besonders jedoch bei Feuer und Gefahr, war bestimmt seit Menschengedenken eine feste Größe im örtlichen Zusammenleben. Das Alter unserer Wehr ist nicht so eindeutig festzustellen, kaufte man doch schon 1876 eine Gemeinschafts-„Feuerlöschmaschine“ die den damaligen Gemeinden Attenzell-Schambach, Biberg-Krut und Schelldorf gehörte. Schelldorfs Anteil betrug 72 Mark und 18 Pfennig. Die Nennung im Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verband nach einer Statistik von 1909 und unsere „Stammliste der freiwilligen Feuerwehr“ belegen als Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Schelldorf jedoch den 1. Mai 1890.

 

1890: Erster Kommandant

Als erster Kommandant wird der Bauerssohn Lorenz Weiß registriert. 1. Zugführer ist der Schreinermeister Jakob Sterner, 2. Zugführer Joseph Kölbl, Wagnermeister von Beruf. Steiger sind Martin Steinbigler, Schuhmacher; Sebastian Rottler, Gütler; Johann Knoll, Zimmermann und Max Hackner, Maurer. Spritzenmänner sind Max Obermeier, Bauer; Anton Wittmann, Bauerssohn; Josef Kreuzer, Gütler; Lorenz Hoffmann, Halbbauer; Bernhard Flachseder, Bauerssohn; Josef Pröll, Gütler; Johann Strasser, Bauerssohn; Alois Kirschner, Metzger; Mathias Gösl, Gütler; Bernhard Weiß, Bauerssohn; Georg Hagl, Kramerssohn; Johann Plank, Dienstknecht; Thomas Obermeier, Bauerssohn und Andreas Albrecht, Halbbauer, der noch im selben Jahr verstirbt, sind als Gründungsmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Schelldorf in der „Stammliste der freiwilligen Feuerwehr“ eingetragen.

 

1890: Ein bedeutendes Jahr

Ein Jahr bedeutender Ereignisse war unser Gründerjahr 1890. Das Oberhaupt der Katholischen Kirche ist Papst Leo XIII. Deutschland wurde von 49428470 Menschen bevölkert, 31 Millionen waren evangelisch; 17,5 Millionen waren Katholiken; 567000 Juden und der Rest gehörte verschiedenen Sekten an. Otto von Bismarck wird nach 20jähriger Dienstzeit als erster Reichskanzler, nach Unstimmigkeiten, vom letzten Deutschen Kaiser, Wilhelm II, entlassen. Sein Nachfolger wird Gen. Leo von Caprivi als Reichskanzler. Deutsch-Ostafrika wird deutsches Schutzgebiet. Unter August Bebel erfolgt die Umbildung der Sozialistischen Arbeiterpartei zur heutigen SPD. Bayern wird offiziell zwar von König Otto I regiert, die Amtsgeschäfte führte jedoch Prinz Regent Luitpold (der König war geisteskrank). Namhafte Politiker werden geboren; so Charles de Gaulle, Dwight Eisenhower, Molotow und Generalfeldmarschall Paulus. In Holland stirbt König Wilhelm II von Nassau-Oranien. Der weltberühmte Maler Vinzent van Gogh nimmt sich das Leben.

 

1891:

Das Königliche Bezirksamt Eichstätt stellt am 1. April 1891 einen Antrag an die Königliche Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren wegen eines Zuschusses aus dem Centralfond zur Förderung des Feuerlöschwesens mit dem Wortlaut: „Im gehorsamsten Vollzuge nebenallegierten (angeführten) hohen Auftrags bringe ich anliegend die mit Beanstandungsnachweißen versehenen Unterstützungsgesuche der Gemeinden bay. Freiwilligen Feuerwehren Buchenhüll, Dunsdorf, Enkering, Pfahldorf, Schelldorf, Schönfeld, Wachenzell, Wasserzell und Wellheim erfurchtsvollst in Wiedervorlage. Gehorsamst Wiener K. Regierungsrath.“ Aus dem „Bericht über das Wichtigste des Feuerlöschwesens im Kreise Mittelfranken für das Jahr 1890“, verfasst 1892, geht hervor. Schelldorf erhielt aus dem Staatsfond 100 Mark. Dies dürfte sich auf den vorgenannten Antrag beziehen.

 

1891: Erster Vorstand

Schon am 1. Mai 1891 wird an erster Stelle der Lehrer Johann Heller als Vorstand in der Stammliste geführt, was zur Vermutung verleitet, die FFW Schelldorf wurde zu dieser Zeit als Verein geführt. So wird der Schreinermeister Jakob Sterner als Kassier genannt.  Für die Alarmierung der Feuerwehr wurde wohl zu dieser Zeit eine Trompete gekauft, da der Krämerssohn Georg Hagl als erster Hornist genannt wird. Der damalige übliche Dienstbotenwechsel zu „Maria-Lichtmess“ wirkt sich mit den Austritten von Josef Ostermeier, Michael Kraus und Johann Plank jeweils Dienstknecht in Schelldorf zum 2. Februar 1892 aus.

Dem ersten, namentlich genannten, Kommandanten Lorenz Weiß wird mit dem 15. September 1892 der Austritt bescheinigt, es ist anzunehmen, dass er weggeheiratet hat. Mit dem 1. Mai 1893 wird der Wagnermeister Josef Kölbl als neuer Kommandant genannt. Als neuen Kassier und zugleich als Zugführer nennt die Stammliste den Bauerssohn Eugen Obermeier.

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